Hannes
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Offener Brief der CMAS Unterwasserrugby-Kommission

von Hannes

Die UWR Kommission der CMAS hat kürzlich einen offenen Brief an alle UWR Spieler veröffentlicht. Da er bisher nur auf Facebook zu finden ist, veröffentliche ich ihn hier nochmal. Er zeigt, dass die Kommission beginnt, ihre Aufgaben zu überdenken, und dass Bewegung drin ist. Allerdings brauchen sie Unterstützung von engagierten Spielern, alleine können sie nicht viel bewegen.
Die Übersetzung ist ursprünglich glaube ich von Wolfgang Tress, mit leichten Überarbeitungen von mir. Das Foto ist von der CMAS Kommission.

An alle UWR-Spieler,

bei unserem letzten jährlichen Treffen im November 2011 in Berlin haben wir von der CMAS Unterwasserrugby Kommission entschieden, einen offenen Brief an euch zu schreiben, in dem wir euch unsere Arbeit erklären.

Ursprünglich war dieser Ausschuss hauptsächlich eine Arbeitsgruppe, die ein einheitliches, internationales Regelwerk für das, was ihr Rugby Subacuático, Unterwasserrugby oder Sualti ragbisi nennt, erstellt. Ohne eine Zustimmung aller Beteiligten zu diesen Regeln wären die großen Wettkämpfe nicht durchführbar.

Inzwischen sehen wir unsere Aufgaben jedoch weit darüber hinaus. Unser Ziel ist es, die UWR-Gemeinschaft voran zu bringen, damit mehr Menschen die einzige 3D Ballsportart der Welt entdecken und ausüben können. Das schaffen wir jedoch nicht allein.

Die aktuelle Organisation und ihre Finanzierung

Die Ausschuss besteht zurzeit aus 5 Mitgliedern, 4 Vollmitgliedern und einem Mitarbeiter. Die Wahl des Ausschusses findet alle 4 Jahre statt; die nächste Wahl ist 2013. In der Zwischenzeit können Mitarbeiter zu dem Ausschuss eingeladen werden.

Niemand im Ausschuss erhält für seine Arbeit eine Aufwandsentschädigung. Es gibt kein Büro, keine Angestellten oder irgendwelche Gelder. Die Reisekosten der Mitglieder werden hin und wieder von ihren jeweiligen Tauchverbänden übernommen.

Pragmatismus und Prinzipien

Die Regeln und Richtlinien unseres Sports verändern sich. So müssen wir etwa für das Wachstum in der Zukunft planen. Wenn die Teilnahmerzahlen bei den großen Wettkämpfen zunehmen, müssen in der Lage sein sie aufzunehmen. Ländermannschaften, die für internationale Wettkämpfe von weit her kommen, wollen nicht nur 3 Spiele spielen und dann den Rest der Woche rumsitzen, wenn sie im Wettkampf nicht weiter kommen. Welche Alternativen gibt es? Ein erweiterte Wettkampfform würde hier für weitere Spiele sorgen.

Aber mehr Spiele erhöhen auch die Kosten. Wie viele Schiedsrichter werden benötigt? Wie viele Spiele kann ein Schiedsrichter an einem Tag pfeifen und aufmerksam bleiben? Wir müssen eine Struktur schaffen, die die Qualität aufrecht erhält, während wir den wachsenden Herausforderungen begegnen.

Normen und Faires Spiel

Unterwasserrugby ist am Schönsten, wenn der Spielfluss schnell ist. Mit jeder neuen Generation an Spielern besteht Bedarf, ein Verständnis für das Spiel zu etablieren. Was heißt es, den Ball zu besitzen? Können zwei Spieler gemeinsam den Ball besitzen? Kann ein Spieler nach dem Trikot greifen oder ist das Trikot Teil der Ausrüstung? Wir müssen ein Forum schaffen, damit Spieler, Trainer und  Schiedsrichter die Regel diskutieren und verstehen können, bevor sie mit diesen Fragen im Spiel konfrontiert werden.

Außerdem muss unser Sport „sauber“ bleiben. Nach der Weltmeisterschaft in Helsinki mussten wir feststellen, dass wir keine etablierten Möglichkeiten haben, einen Spieler wegen grob fahrlässigem, unsportlichem Verhalten zu bestrafen. Wenn ein Spieler vom Wettkampf ausgeschlossen wird, wer nimmt dann wie seinen Platz ein? Beim letzten Treffen haben wir eine Vorgehensweise festgelegt, mit wir den Nationalen Verband im Heimatland des Spielers informieren können.

Wir laden euch dazu ein, das komplette Protokoll des letzten Ausschusstreffens unter (http://cmas.org/documents_area.php?commission=rugby -> Commission’s meeting -> Minutes) zu lesen (Anm. von Hannes: kann ich Dir auch mailen). Wenn ihr Fragen dazu habt, wendet euch an uns.

Unterstützung und die Zukunft

Wahrscheinlich fragt Ihr euch jetzt, wie unser Sport wachsen und stark werden kann, wenn der Ausschuss, der ohnehin schon keine Angestellte und keine Finanzierung besitzt, versucht, mehr zu erreichen als ohnehin schon möglich ist. Die CMAS, die ja als Dachverband für Tauchverbände begann, besitzt keine festen Mitarbeiter oder Entscheidungsträger, die Erfahrung im Unterwasserrugby haben. In der Realität bedeutet das, dass technische Fragen wie beispielsweise Regeländerungen und Abläufe, vom Ausschuss geklärt werden. Wir arbeiten Regeln aus und schlagen sie vor, die dann von der CMAS als offiziell anerkannt werden.

Diese Freiheit bedeutet jedoch auch, dass es von Seiten der CMAS keinen Plan für die Entwicklung des Unterwasserrugybs gibt. Diese Situation ist nicht unbedingt wünschenswert. Als Reaktion darauf versuchen wir ein Netzwerk zu schaffen, das Unterwasserrugby auf der ganzen Welt fördert. Davrell Tien hat den Posten des PR Managers angenommen. Er ist verantwortlich dafür, einen Plan zusammenzustellen, zu dem alle wichtigen Parteien beigetragen haben. Wenn Ihr Ideen und Energie habt, setzt euch mit ihm in Verbindung.

Beim nächsten Treffen des Ausschusses in einem Jahr müssten wir dann eine klarere Vorstellung davon haben, wie wir eine richtige Weltsportart werden.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen.

Mit den besten Wünschen für das Neue Jahr,

Søren Neubert (Präsident)
Michele Corleto (Mitarbeiter)
Rüdiger Hüls
(Mitarbeiter)
Manuel Tito de Morais
(Mitarbeiter und leitender Schiedsrichter)
Davrell Tien
(Mitarbeiter und PR Manager)

Hannes

5 Kommentare zu Offener Brief der CMAS Unterwasserrugby-Kommission

  1. scotti schreibt:

    Prima, diese Initiative der UW-Rugby-Kommission innerhalb der CMAS.

    Leider sind auf CMAS Ebene viele ähnliche Ansätze ohne konkete Ergebnisse verpufft (Flyer aus Blumentritt-Ära, Promotion-Konzept eines Österrreichers, ….) oder mit sehr viel kontroverser Diakussion begleitet worden (Neues Regelwerk, redduzierte Startgelder für finanzschwache Nationen,…)

    Wichtig wäre, wenn die Kommission Ihre Vision (sofern es eine gibt) greifbarer formulieren würde, dann wäre es für alle einfacher, sich an einem sicher mehrjährigen Entwicklungsprozess zu beteiligen, eine Konkretisierung wäre einfacher.

    Vielleicht kann Felix Benedikt ja die von ihm für Germany erarbeitete Mindmap als Vorlage für die Konkretisierung liefern, müsste halt nur übersetzt werden, weil die Kommission ja nur in Englisch kommunizieren. Dann könnte die Kommission ihre Schwerpunkte benennen (Die Bestrafung eines foulenden Spielers wäre sicher kein vorrangiges Thema, oder?), Ziele formulieren (Wieviele Nationen müssen es denn sein um an den World-Games teilzunehmen?) und jede Nation könnte sich an diesen Zielen orientieren.

    Einen einzelnen wie den Finnen Davrell Tien (nett, hoch motiviert) mit dieser Mammut-Aufgabe zu betrauen, scheint keinen wirklichen Erfolg zu sichern, dafür ist zuviel zu tun, sind die Problemfelder zu viele.

    • Winne schreibt:

      Davrell Tien ist Amerikaner lebt aber z.Zt. in Finland.
      Ich habe mich in Berlin mit Davrell lange unterhalten. Davrell ist quasi ein UWR-Quereinsteiger (UW-Hockey), was meiner Meinung nach ein Vorteil ist. Dadurch ist er unbelastet von Detaildiskussionen und kann sich voll auf die Arbeit „nach Außen“ konzentrieren. Auf alle Fälle ist er hochmotiviert. Jedenfalls sollten wir Ihn in seiner Arbeit unterstützen (oder sogar mitarbeiten). Sonst bleibt es wieder nur eine „Eintagsfliege“ (wie von Reinhard erwähnt). Seien wir doch mal ehrlich. Unsere bisherigen Konzepte, egal von wem, haben uns nicht wirklich voran gebracht. Es ist Zeit für neue und vielleicht ungewohnte Konzepte.

      Winne

  2. hh-thorsten schreibt:

    Ein toller und mutiger Schritt

    (An alle UWR-Spieler)

    Der Schritt es an „Alle“ zu richten finde ich sehr gut und
    ich hoffe, dass es genug Gehör findet und
    sich welche mit vielen Ideen finden!

    (Die aktuelle Organisation und ihre Finanzierung)

    Es ist doch unmöglich,
    das die Dachorganisation den Mitarbeitern keine finanzielle Unterstützung zahlt!
    Umso vorbildlicher der Einsatz!

    (Normen und faires Spiel)

    Nun es gab dazu hier auch schon die Frage ob der Spieler gesperrt wurde!
    Da jeder den Namen kennt, muss die Antwort ja nicht öffentlich sein!

    Aber es ist doch sehr wichtig so etwas entsprechend und schnell betrafen zu können!

    (Unterstützung und die Zukunft)

    -Wichtig, damit ein Verband sich richtig organisieren kann,
    ist (wie oben beschrieben) die finanzielle Unterstützung!
    Spieler, Schiris oder ?, die sich einbringen könnten,
    aber selber wenig eigene Mittel haben,
    gehen euch als Mitarbeiter durch die Lappen.

    -Um überhaupt zu sehen wie viele Spieler in den Rugby spielenden Ländern existieren und
    welche Ligen gespielt werden,
    müssten dort auch Strukturen vorliegen, um diese Zahlen ermitteln zu können.
    Ihr solltet den Nationen/Verbänden Hilfen geben um diese aufzubauen!

    Ein Beispiel:
    Vor ca. 10 Jahren gab es einen A-Kader Lehrgang in Hamburg!
    Eingeladen war dort auch die Malmöer Mannschaft!

    Ich hatte mich dort mit Hendrik Stevenius über dieses Thema unterhalten!
    Es gab zu der Zeit in Schweden keinen UWR-Pass und es musste keine sportärztliche Untersuchung gemacht werden.

    Mit der Einführung eines internationalen oder je nationalen UWR-Passes und
    das die Spieler der Liga/Ligen wie in Deutschland gemeldet werden müssen,
    hilft allen, Zahlen in der Hand zu haben!

    Grüsse Thorsten

    • Lukas schreibt:

      Hey Thorsten, der letzte Lehrgang in Hamburg mit Malmö war in der Saison 2004/2005 zur Vorbereitung auf die EM 2005. Meinst Du den (oder bist Du tatsächlich wirklich schon sooo alt *G*)?

      • hh-thorsten schreibt:

        Moin Lukas,
        wo du es so schreibst bin ich nicht mehr sicher!
        04/05 könnte auch sein!
        Wir hatten in HH aber zwei Lehrgänge mit Malmö!
        Und der Erste war deutlich vor 04/05!
        Dazu muss ich noch mal meine alten Unterlagen sichten!
        (Lukas ja schei.. Baujahr 02/66)