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Schiri-Situation (6 Beiträge)

  1. Martin H.
    Mitglied
    7 Beiträge

    Bisher wurde hier nicht oder kaum über die UWR-Schiri-Situation diskutiert. Wie zufrieden sind die Schiris deutschlandweit? Was gefällt? Wo drückt der Schuh?
    Ich kann hier nur von NRW West reden: mir gefällt die Stückzahl der Schiris. Dadurch hält sich der Einsatz eines Einzelnen im Rahmen. Mir missfällt die jährliche Pflicht der „Weiterbildung“. Den Inhalt von Änderungen könnte man auch per Mail versenden. In NRW wird die Pflicht der jährlichen Weiterbildung über geforderte Stunden wohl eingehalten. Mehr, um die Stunden und damit den Sonntag zu „schaffen“ als dass es um Inhalte ginge. Hätte nichts dagegen, wenn man diese Stunden anstatt in einem Clubheim dann doch lieber im Bad „ruppend“ verbringt. Von mir aus kann dabei auch geschiedst werden (incl. Prüfungen).
    Dann darf es nie passieren, dass ein Schiri keine rechtzeitige Spielabsage bekommt und er für nichts raus fährt. Ist mir schon 2 mal passiert; beim dritten mal war ich ein Schiri und nenne den Namen.
    Thema Ausstiegspflicht. In NRW kommt es leider vor, dass eine Mannschaft, die als Tabellenführer aufsteigen müsste, sich mit Ausreden (Weggang wichtiger Spieler, …) vor dem Aufstieg in die erste Bundesliga drücken kann (um dort nicht viele Spiele hoch verlieren zu müssen). Dann brauchen wir auch keine Regeln, wenn man sich an Regeln nicht hält. Ich fordere die Aufstiegspflicht samt Regelationsspiele.
    Am sinnvollsten wären Meinungen von Schiris...

    vor 1 Woche veröffentlicht # Antworten
  2. matze
    Mitglied
    24 Beiträge

    Meiner Meinung nach ist gegen die jährliche Weiterbildung nichts einzusetzen. Ich bin selbst auch Spieler und möchte, dass meine Spiele von gut ausgebildeten Schiedsrichtern begleitet werden, dafür verbringe ich gerne etwas Zeit in der Saison. Außerdem kann ich da auch aufgetretene Probleme und Fragen stellen, das bringt mich dann selbst weiter.

    Im Süden sehe ich eine ähnliche Entwicklung, dass sich Mannschaften aus der 2. Bundesliga ums Aufsteigen "drücken" wollen. Allerdings muss man hier auch sagen, dass diese Mannschaften in den vergangenen Jahren viele starke Spieler an stärkere Mannschaften verloren haben und dadurch der Abstand zwischen 1. und 2. Bundesliga auseinander geklafft ist. Die Frage ist wem eine Aufstiegspflicht nutzt, wenn die betroffenen Mannschaften nicht dahinter stehen.

    Spielabsagen kennen wir im Süden nicht, wir haben Spielrunden in Turnierform. Wenn da eine Mannschaft nicht kommt, dann verliert sie ;-)

    vor 1 Woche veröffentlicht # Antworten
  3. Martin H.
    Mitglied
    7 Beiträge

    Was die Motivation in die 1. BL aufzusteigen betrifft: wir kennen es vom Fußball. Niemand will absteigen, alle drängeln nach oben. Beim UWR wollen manch alte Hunde nicht unnötig Haue kriegen und dümpeln lieber in tieferen Ligen rum. Aber denkt an die 20-jährigen. Sie wollen auch mal zu besseren Turnieren, evtl. mal zur DM; und zwar ohne immer den Verein zu wechseln.
    Dann zum Thema Austausch unter Schiris. Dazu braucht man sicherlich nicht den ganzen Sonntag (jährliches Auffrischseminar). Man kann sich sehr gut so austauschen: auf dem Weg zum Spiel, im Bad, auf dem Rückweg, hier, … Das Schlimmste am Schiri-Wesen ist meiner Meinung nach dieser verlorene Tag pro Jahr. Das Schiesden selber geht dann ja wieder. Wir hätten wohl auch deutlich mehr Schiris ohne den unnötig langen Tag der „Weiterbildung“.
    Zur den Spielabsagen wegen „Krankheiten“. => 20 zu Null. Wäre wohl die gerechteste Antwort. Für den Schiri ist eine Absage nicht so schlimm (wenn er rechtzeitig informiert wird).
    Spielverschiebungen sind da schon mieser. Ich persönlich erkenne nur einen Grund einer Spielabsage an: Defekte rund um das Schwimmbad (Chlorunfall, …) .
    Dann zum Thema Wechsel einzelner Spieler in andere Mannschaften, Doppelstartgenehmigungen und auch Spielgemeinschaften. Hier sollte man doch eine bessere Lösung suchen. Denn durch den Einsatz von U21-Spielern in sonst „alt Herrenmannschaften“ wird das Gefälle doch massiv verändert. Bei uns im Westen treffen manchmal Altherren (> 35 Jahre) gegen Teenies (< 30 Jahre) aufeinander.

    vor 1 Woche veröffentlicht # Antworten
  4. Torte
    Mitglied
    202 Beiträge

    Ich würde sogar den anderen Weg gehen und noch mehr Schiri Sitzungen fordern.
    Begleitet von einer Schiedsrichter - Bewertung pro Saison.

    Wir haben international sowie national zuviele "unterschiedliche Auslegungen".
    Für Spieler und Teams ist es unmöglich abzuschätzen was nun "erlaubt/ gedulded" wird oder nicht.
    Ein Austausch aller Schiedsrichter mit dem "Festhalten" von Clarifications mit anschliessender Kommunikation an alle "Teams" wäre das wichtigste.

    Bsp:
    Auslegung:
    - Angriff auf den Kopf
    - Strafwurf Regelegung
    - 2m Abstand passiv beim Freiwurf
    - Freiwurf vs Vorteil im Spiel
    - Ligaebezogene Härte
    etc

    Schiedsrichtertum ist keine Pflicht sondern eine Aufgabe und Amt.
    Es geht darum, dass Schiedsrichter ein Spiel im Rahmen der Regeln halten.
    - jedoch kommt es zu oft vor, das Spiele von Schiedsrichtern zu stark "beeinflusst" werden.

    Bsp:
    Es gibt Teams die spielen immer gleich
    - erhalten in einem Spiel 10 Freiwürfe gegen sich
    - im nächsten nur einen

    Es gibt Teams die wollen andere Teams "ermüden".
    Bei 10 Freiwürfen pro Halbzeit entstehen aber zuviele Unterbrechungen
    Bei stetigem "wegklammern" zu wenig Spielfluss und Zeitverzögerung

    Es gibt Teams die attackieren das Tor immer gleich
    - Der eine lässt laufen - der andere pfeift ab.

    Und:
    Ein Schiedsrichter der einmal seine Ausbildung gemacht hat, erhält NIE wieder in seiner Karriere ein Feedback?
    Das kann kein Qualitätsmanagement sein.

    Es gibt Spiele, da liegen Athleten mit Schmerzen verletzt am Beckenrand - und es wird weiter das Spiel laufen gelassen
    - hier kommt schon eine ethische Frage ins Spiel

    Es gibt Spiele, da wird die "Wut" und "Aggresivität" vom Schiedsrichter nicht entschärft sondern "ebenso beantwortet".

    Man vergleiche das Schiedsrichterwesen im Eishockey, Fussball, Basketball etc.
    Hier erhalten Schiedsrichter regelmässige Bewertungen von Dritten "Schiedrichter Beobachtern".
    Das dient zur Qualitätssicherung.
    Besprechen anhand direkter - frischer Beispiele.
    Der Austausch unter den Ligen und die Vereinheitlichung.
    Das Aufschreiben von "Auslegungen" und "Klärungen".

    Sonst nimmt am Ende der Schiedsrichter zu viel Einfluss und entscheidet am Ende Spiele.
    Und das soll nicht sein

    vor 1 Woche veröffentlicht # Antworten
  5. wolf-berlin
    Mitglied
    7 Beiträge

    Ich stimme Torsten zu - wir brauchen eher noch mehr Schulung/Weiterbildung/Bewertung.
    Die Idee auf dem Weg zum bad drüber zu reden ist nett - aber wer macht das schon.
    Auch Nachbesprechungen von Spielen sind wichtig.

    Beim ChampionsCup haben wir ziemlich krasse Sachen gesehen und das waren alles A-Schiedsrichter. Wie siehts da erst auf der niedrigeren Stufe aus.

    Meiner Meinung nach: (und das hat der CC auch gezeigt), die Spiele werden schneller und härter (inzwischen Spielen fast alle mit Fieberglasflossen).

    Bin B-Schiri, Liga Nord.

    vor 1 Woche veröffentlicht # Antworten
  6. Stefan
    Mitglied
    16 Beiträge

    Die Erstausbildung und die jährliche Weiterbildung der Schiedsrichter ist nach meiner Erfahrung ok. Die Weiterbildung dient dazu, Regeländerungen zu kommunizieren und sich mit Kollegen auszutauschen und sollte daher auf jeden Fall beibehalten werden.

    Verschiedene Punkte sollten aber verbessert werden:

    Die Übersetzung des Regelwerkes ist schlecht
    Es ist mir völlig unklar, wieso man nicht eine bessere Übersetzung hinbekommen kann. Immer noch wird „shall“ manchmal mit „sollen“ übersetzt, obwohl „müssen“ gemeint ist (z.B. in 2.4.4). Das führt zu Verwirrungen, die nicht nötig sind. Es sollte genügend erfahrene Schiedsrichter geben, die eine Übersetzung vor Veröffentlichung korrigieren können. Man könnte z.B. die Übersetzung vor Inkrafttreten zur Kommentierung hier ins Forum stellen – es handelt sich ja nicht um geheime Dokumente.

    Unterstützende Dokumente fehlen
    Die Schiedsrichter haben das Regelwerk – und weiter nix. Wenn ein neues Regelwerk veröffentlicht wird, gibt es noch nicht einmal eine Version mit „track changes“. Die Änderungen werden in der Weiterbildung besprochen, aber wesentlich einfacher wäre es, wenn diese sauber hervorgehoben werden – so wie es z.B. auch bei Gesetzesänderungen die Regel ist.
    Darüber hinaus sind Regelwerksauslegungen bzw. –erläuterungen nicht vorhanden. Natürlich sind einzig die Regeln bindend, aber schriftlich festgehaltene Auslegungen und Erläuterungen helfen den Schiedsrichtern, in Graubereichen ähnlicher zu entscheiden. Man wird es nie erreichen, dass alle Schiedsrichter identisch schiedsen, aber das was Torsten „Clarifications“ nennt, ist extrem hilfreich und z.B. bei Gesetzen unverzichtbar. Dies sollten lebende Dokumente sein, die regelmäßig überarbeitet/aktualisiert werden

    Feedback in der Praxis fehlt
    Wer einige Jahre Schiedsrichter ist bekommt – wenn überhaupt - nur noch von Spielern Feedback, die er gerade schiedst oder geschiedst hat. Dieses Feedback ist fast nie positiv (schade, aber wahr), so dass es in der Regel unter „übliches Gemeckere der Verlierer über die Schiedsrichter“ abgetan und selten Ernst genommen wird. So schleifen sich Fehler ein, die nie mehr korrigiert werden.
    Ein Ansatz könnte sein, dass Schiedsrichter mittels standardisiertem Fragebogen von Spielern (evtl. 2 oder 3 pro Mannschaft – zufällig ausgewählt) und Schiedsrichterkollegen nach jedem Ligaspiel anonym bewertet werden. Einzelne Bewertungen sind evtl. nicht aussagekräftig, aber in der Menge sollte sich ein Bild ergeben. Das Feedback könnte in die jährliche Weiterbildung einfließen.
    Ein anderer Ansatz könnten Beobachtungen sein, wie schon von Torsten vorgeschlagen. Dies bedeutet aber zusätzlichen Aufwand, da noch ein weiterer Schiedsrichter benötigt wird. Feedback könnte so aber direkt nach den Spielen gegeben werden, was sicher gut ist – evtl. auch auf dem Rückweg nach dem Spiel ;-)

    vor 6 Tage veröffentlicht # Antworten

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