Hannes
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Cali: Pavlovic und Pahl schießen erste deutsche Tore

von Hannes
Foto: Veranstalter

Vor einem Training – erkennbar an der leeren Tribüne (Foto: Veranstalter)

Die Damen trafen in Ihrem ersten Spiel der WM auf die Weltmeisterinnen aus Norwegen und unterlagen trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichstreffers von Regina Pavlovic knapp mit 1:2.
Die deutschen Herren hatten mit dem Außenseiter aus Südafrika nur wenig Mühe. Dennis Pahl eröffnete das Torschützenfest in der 2. Spielminute.

Zum Auftakt waren die Damen gefordert. Um 18 Uhr Ortszeit wurde das Spiel pünktlich vor einer reich gefüllten Zuschauertribüne angepfiffen. Das Spiel startete erfolgreich – stark zu Gunsten unserer Damen. Direkt zu Beginn hallte dann ein Raunen durch die Reihen, nach einer vergebenen Torchance des deutschen Teams. Dass Norwegen eine konterstarke Mannschaft ist, hatten die Trainer noch vor dem Spiel betont, dennoch gelang den Norwegerinnen in der 5. Spielminute ein Kontertor auf den leeren Korb der Deutschen. Dass das deutsche Team nervös war, ist leider nicht abzustreiten. Unglücklicherweise waren sich die Damen zu dieser Phase des Spiels ihrer Spieldominanz nicht bewusst, denn es waren die Deutschen die durch druckvolles, enges Spiel am gegnerischen Korb auffielen. Bei den erstaunlichen Wechselfehlern und Lücken am norwegischen Korb fehlte nur eine zweite Angriffswelle im deutschen Spiel um wunderschön herausgespielte Torsituationen auch zur Vollendung zu bringen. In der 11. Spielminute zeigte sich dann auch das erste Resultat des deutschen Spiels. Eine Norwegerin spielte zu aggressiv und bekam zwei Minuten Abkühlung auf der Strafbank. Eine direkt aus dieser Überzahl resultierende Torchance verhinderte die norwegische Torhüterin nur dank einem Griff an die Maske. Auch das wurde mit zwei Minuten bestraft. Trotz einer Auszeit gelang es der deutschen Mannschaft jedoch nicht, diesen Vorteil zu nutzen. Im Gegenteil, das Spiel wurde zu einem Geklammere an der Wasseroberfläche, und eine Aktion im Geklammere führte zu einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Steins. Zu dieser Zeit war die erste Norwegerin auch bereits wieder zurück im Wasser, weshalb das Spiel mit 5 gegen 5 weitergeführt wurde.

Die Glücksbringer der Deutschen Damennationalmannschaft (Foto: T.Stanschus)

Die Glücksbringer der Deutschen Damennationalmannschaft (Foto: T.Stanschus)

In der Halbzeit wechselte Trainer Jörg Oertel einmal aus und ermutigte die Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt 0:1 zurück lag. “Spielt einfach euer Spiel”, waren seine Worte. Allerdings zeigte sich auch im zweiten Abschnitt, dass doch ein großer Respekt vor der gesamten Weltmeisterschaft herrschte, denn direkt das Anschwimmen wurde von den deutschen “verschlafen”. Der Schiedsrichter der zu Beginn mit einem Pfiff aus der Pfeife auf den anstehenden Spielbeginn hinwies, eröffnete den zweiten Durchgang jedoch direkt mit diesen Pfiff. Glück, dass aus diesem Missverständnis kein Gegentor entstand. Jedoch zeigte das deutsche Team im zweiten Durchgang ein deutlich souveräneres Auftreten. Die Mannschaft wirkte wie ausgewechselt und wachgerüttelt. Dass Trainer Jörg Oertel scheinbar die richtigen Worte gefunden hatte, bewies die Minute 18, als Regina Pavlovic den Ball im schwach verteidigten norwegischen Korb versenkte. AUSGLEICH.

Regina Pavlovic erzielte das 1-1 (Foto: T.Stanschus)

Regina Pavlovic erzielte das 1-1 (Foto: T.Stanschus)

Unglücklicherweise blieb es nicht lange dabei. Genau 5 Minuten später wiederholte sich ein ähnliches Bild wie in der Anfangsphase. Eine Norwegerin konterte allein auf das deutsche Tor, wurde zwischenzeitlich behindert, aber konnte sich lösen und nutze eine kurze Aktion am deutschen Tor zum 2:1 Siegtreffer. Die letzten Minuten des Spiels zogen die Norwegerinnen ihr bekanntes, tiefes Eckenspiel durch und sicherten sich somit die Führung über die Zeit. Das Damenspiel der beiden letzten Weltmeister bot ein spannendes Spiel, zeigte aber auch gleichzeitig die Bedeutung vollkommener Konzentration. Bereits kleine Fehler und Abstimmungsprobleme entscheiden in dieser Spielklasse über Sieg oder Niederlage.

Für die deutsche Mannschaft bedeutet diese Niederlage vorerst nichts, außer das unter Umständen ein etwas härterer Weg ins Finale wartet. Dennoch, wenn die Mannschaft auf Ihre Stärken vertraut und ihr Potenzial nicht mehr von der ungewohnt belebten Zuschauerkulisse beeinflussen lässt, zählt dieses Team nach wie vor zu den Topkandidaten dieser Weltmeisterschaft.

Morgen geht es bereits um 10 Uhr Ortszeit (28.07. 17 Uhr in Deutschland) gegen die Damen aus Dänemark. Die Däninnen haben heute zwar die USA Damen souverän mit 18:0 besiegt, wurden aber bisher auch noch nicht wirklich getestet. Im morgigen Spiel geht es für beide Teams noch um die sicheren Plätze für die Halbfinals.

Livestream direkt am Becken (Foto: T.Stanschus)

Livestream direkt am Becken (Foto: T.Stanschus)

Herren

Bei den deutschen Herren, welche ihr Spiel direkt im Anschluss an die Damen hatten, lief es hingegen unkompliziert. Die Herren konnten ihrer Favoritenrolle klar gerecht werden. Da Venezuela zuvor mit 29:0 gewonnen hatte, mussten es sich die Herrentrainer jedoch leider zur Aufgabe machen mindestens mit einem Tor mehr zu gewinnen, um im Falle eines Unentschieden gegen Venezuela sicher Gruppenerster zu werden. Jedoch waren sich die Herren auch bewusst, dass die 10 angereisten Südafrikaner wenig Praxis und daher noch weniger Chancen hatten, daher gab es klare Vorgaben beim Tore schießen. Nach nur 80 Sekunden eröffnete dann Pahl mit dem 1:0 das 30 Tore Ziel. Es folgten weitere Tore von Pahl (6), Otten (3), Prowald, Schottmüller M., Hoffbauer, Staubach, Dingel und drei Tore von Kapitän Lukas Tadda, davon eines per Strafwurf im Sprint in den leeren Korb. Eine Strafzeit Südafrikas verwandelte Pahl bereits nach 5 Sekunden zum 19:0 Halbzeitstand.

Deutschen Herren in der Halbzeit gegen Südafrika (Foto: T.Stanschus)

Deutschen Herren in der Halbzeit gegen Südafrika (Foto: T.Stanschus)

In der zweiten Hälfte erhöhten dann noch Förschler (2), Prowald, Staubach (2), Dressely, Otten (3), Schottmüller J., und Heckrath (3) zum 32:0 Endstand. Die Trainervorgabe sagte zwar klar an, dass bei 30:0 Schluss ist, jedoch gelang es Südafrika kurz vor Ende doch noch tatsächlich an das Deutsche Tor zu kommen, weshalb das Tempo zum Schluss noch einmal erhöht werden musste.

Dennis Pahl erzielte das erste Tor für Deutschlands Herren (Foto: T.Stanschus)

Dennis Pahl erzielte das erste Tor für Deutschlands Herren (Foto: T.Stanschus)

Südafrika hat sich deutlich auf das deutsche Team eingestellt. Über das gesamte Spiel ließen sie immer drei Mann am eigenen Korb. Verwunderlich war es daher zu sehen, dass bei einem Angriff Deutschlands dann aber nur immer zwei Spieler abtauchten. Dennoch zeigten die Südafrikaner in dieser Begegnung rein optisch und durch stetige Präsenz mit zwei Spielern am eigenen Korb eine deutlich bessere Verteidigung als noch im Spiel zuvor gegen Venezuela. Zum Abschluss des Spiels baten die Gegner dann auch noch das deutsche Team um ein gemeinsames Gruppenfoto. Die Stimmung ist also auch trotz des hohen Ergebnisses noch sehr gut und freundschaftlich zwischen den beiden Teams.

Anekdoten:
Zum Schluss noch ein paar Worte Abseits der deutschen Spiele.

  • wer sich wundert weshalb im Livestream sehr oft die mobile Kamera benutzt wird, der Hinweis. Die vom Livestream aus linke Torkamera wurde leider im Laufe des Tages wassergeflutet und ist defekt. Es wird an einem Ersatz gearbeitet.
  • Deutschen Mannschaften wurden auf ihrem Fußmarsch zum Wettkampfbad (etwa 600m) von einem Polizisten, der nur für unsere Eskorte bereitgestellt wurde, begleitet.
  • Der gestern noch so gelobte ,neonrote Rugbyball ist vermutlich heute kaputt gegangen. Zumindest monierte Mannschaftsführer Lukas Tadda im Spiel gegen Südafrika, dass der Ball nicht mehr die Griffigkeit hat wie am Tag zuvor. Vermutlich ist er aus einer höheren Lage runtergefallen. Die Schiedsrichter haben den Einwand aufgenommen, aber mit dem Ball weiterspielen lassen. Nach dem heutigen Spieltag soll er nochmals gecheckt werden.

Bericht von Torsten Stanschus (etwas überarbeitet von Hannes)

Hannes

Ein Kommentar zu Cali: Pavlovic und Pahl schießen erste deutsche Tore

  1. Philipp L. schreibt:

    Danke für den Bericht, nun weiss ich auch, weshalb das linke Tor so schlecht zu sehen ist, hoffe sie finden schnell Ersatz.