Hannes
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Mannheim gewinnt Champions Cup, Bamberg Zweiter

von Hannes

Der neue Deutsche Meister vom TSC Shark Mannheim ist auch international erfolgreich. Die Damen haben am Wochenende den Champions Cup zurück nach Deutschland geholt. Bei den Herren konnte der TC Bamberg seinen Erfolg von 2008 wiederholen und Silber gewinnen. Zwei Strafwürfe besiegelten im Finale das Schicksal des Deutschen Meisters.

Beste UWR Mannschaft der Welt: TSC Shark Mannheim
Beste UWR Mannschaft der Welt:
TSC Shark Mannheim.
(Foto: TC Bamberg)

In der Damen Bundesliga zeigte sich bereits, dass die Mannschaft des TSC Shark Mannheim stark ist. Schon nach dem zweiten Spieltag standen sie als neuer Meister fest. Und auch international setzten sie mit dem Gewinn des Champions Cups ein Zeichen. Die ersten vier Spiele gewannen sie ohne Gegentor (Florenz 3:0, Barcelona Rugby Sub 10:0, Black Mermaids 10:0 und Betta Moskau 4:0).  Und auch das Spiel gegen die zweitplatzierten Norwegerinnen verlief ganz nach Plan. Zur Pause lagen die Deutschen mit 2:0 in Führung, am Ende stand ein sicherer 4:1 Sieg.

Nachdem Norwegen und Kolumbien die Siegesserie der deutschen Damen­mannschaften in den letzten beiden Jahren unterbrechen konnten, haben die Mannheimerinnen den Pokal nun wieder zurück nach Deutschland geholt.


Musste sich nur Molde geschlagen geben:
Die Mannschaft des TC Bamberg.
(Foto: TC Bamberg)

Bei den Herren hatte der Deutsche Meister vom TC Bamberg im ersten Spiel gegen Betta Moskau zunächst noch Start­schwierigkeiten. Nach einem 1:1 Unent­schieden in der regulären Zeit konnten sie die Partie erst im Strafwurf­werfen für sich entscheiden. Dabei hatten die Russen offensichtlich Probleme mit der Regelkenntnis, 3 ihrer Torwarte mussten auf die Strafbank. Am Samstag morgen präsentierte sich die Mannschaft um Spielertrainer Lukas Tadda jedoch besser in Form und zeigte, warum sie als Favorit auf die Endrunde galt. SDK Malmø Triton, in den letzten Jahren als ebenbürtiger Gegner bekannt, wurde mit 5:1 regelrecht zermalmt. Nach dem Führungs­treffer per Strafwurf durch Weißenberger konnte Lange nach einem Freiwurf 13 Sekunden vor der Halbzeit auf 2:0 erhöhen. In der zweiten Hälfte trafen H. Hofmann und L. Tadda. Ein Aufbäumen der Schweden, das zum 4:1 führte konterte Csanyi mit dem Tor zum 5:1 Endstand. Im letzten Spiel der Vorrunde konnten die Piranas aus Penafiel (Spanien) dem Deutschen Meister wie erwartet kein Paroli bieten und wurden 6:0 geschlagen.

Als Gruppenerster hatte sich Bamberg eine gute Ausgangsposition für die Zwischenrunde erspielt. Der Gegner, Flipper Kopenhagen, war in der Vorrunde weniger durch hohe Ergebnisse, als durch langes Gegenhalten gegen Titel­verteidiger Molde aufgefallen. Doch auch der Bamberger Offensive mussten sie irgendwann nachgeben. Weißenberger erzielte den Führungstreffer, H. Hofmann erzielte nach einem Torwartfehler das psychologisch wichtige 2:0 kurz vor der Halbzeit. In der zweiten Hälfte gab es zwar eine längere Druckphase der Dänen, diese wurde jedoch von M. Walcher mit dem 3:0 passend beantwortet.

Wie im Vorjahr lautete die Endrunde: Orcas Medellin , Molde UVK und TC Bamberg . Mit den Orcas hatte Bamberg noch eine Rechnung offen. In der letzten Begegnung war Bamberg deutlich überlegen, konnte aber kein Tor erzielen. Nach langem Strafwurfwerfen unterlagen sie schließlich 4:5. Auch in diesem Jahr verlief das Spiel nur vor einem Korb. Doch die Kolumbianer nutzten ihren einzigen Konter um zur Mitte der ersten Halbzeit in Führung gehen. In der Verteidigung versuchten sie daraufhin umso mehr, den Spielaufbau der Bamberger durch Klammern zu zerstören. Doch die machten weiter Druck und M. Walcher konnte schließlich den mehr als verdienten Ausgleich herstellen. Bis zum Ende gelang Bamberg der Siegtreffer aber nicht. Also wieder Strafwurfwerfen. Der frisch eingewechselte Nosseir war der richtige Kandidat als erster Verteidiger. Vollkommen ausgeruht wehrte er den kolumbianischen Angreifer 45 Sekunden lang ab und verteidigte damit über die Zeit. Da war die Chance, F. Walcher verwandelte seinen Strafwurf souverän, und verwies die Orcas damit auf den dritten Platz.

Das Finale, das Spiel, auf das die Mannschaft ein Jahr gewartet hatte, lautete also Bamberg gegen Molde. Der anfänglichen Druckphase der Norweger hielt die Bamberger Defensive stand. Nach und nach erkämpfte sich der Deutsche Meister mehr Spielanteile, bis der Ball schließlich die meiste Zeit in der gegnerischen Hälfte zirkulierte. Doch nie gelang es ihnen, richtig Druck am Tor aufzubauen. Die norwegische Verteidigung lag zu sicher, war zu massiv. Und immer wieder konnten sich die Titelverteidiger mit heftigen Kontern Luft verschaffen und das Bamberger Tor unter Druck setzen. Bei einem dieser Angriffe bekamen sie einen Strafwurf zugesprochen. Toth konnte Bjørnerem lange abhalten, doch der holte nochmal Luft und konnte dann zum 0:1 verwandeln. Es war noch lange Zeit für den Ausgleich, und die Angriffe der Deutschen wurden intensiver. Es folgten einige größere Chancen, jedoch kein Tor. Stattdessen fiel das 0:2 und schließlich sogar noch das 0:3, wieder durch einen Strafwurf.

Der TC Bamberg hat mit diesem Ergebnis den Erfolg von 2008 wiederholt und gezeigt, dass die zweitbeste UWR Mannschaft der Welt aus Franken kommt.

PS: Auch bei der anschließenden Party gaben beide Mannschaften alles und ließen die Konkurrenz alt aussehen. Italien und Spanien konnten hier noch ein paar Plätze gutmachen.

Endstand Damen

  1. TSC Shark Mannheim
  2. BSI Boblen, Bergen
  3. Firenze RS 01
  4. Betta Moskau
  5. BCN Rugby Sub
  6. Black Mermaids

Endstand Herren

  1. Molde UVK
  2. TC Bamberg
  3. Orcas Medellin
  4. Betta Moskau
  5. Hämeenlinnan Sukeltajat
  6. Flipper Kopenhagen
  7. PF Budweis
  8. Piranas Penafiel
  9. UWRC Wien
  10. SDK Malmö Triton
  11. Mastini del blu
  12. USZ Zürich

Siehe auch
Alle Ergebnisse vom Champions Cup 2011
Champions Cup Webseite

Hannes

16 Kommentare zu Mannheim gewinnt Champions Cup, Bamberg Zweiter

  1. Lukas schreibt:

    Den Strafwurf zum 1:0 gegen Malmö hat Herr Weißenberger gemacht ;)

  2. Felix schreibt:

    “souverän” …
    Auch unsere Presseabteilung hat soeben ein paar Plätze zur Konkurrenz gut gemacht.

  3. unterwassermarkus schreibt:

    Tja, da kann man sich glücklich schätzen, wenn man den CC schon mal gewonnen hat, gerade, weil es immer so knapp ist. Aber Glückwunsch an die Damen und Bamberg!

  4. Felix schreibt:

    Dankeschön!
    Ich hab grade mal nachgeschaut, 1997 hat Duisburg ja zum zweiten Mal gewonnen:
    http://www.uv-sport.dk/UVRUGBY/Cupres/Champ97.html
    Damals waren die meisten Teams punktgleich, wie wurde denn der Sieger ermittelt?

    • scotti schreibt:

      Der Champions Cup, der am 06./07.12.1997 im dänischen Odense ausgetragen wird, geht an die FS Duisburg. Trotz einer 2:3-Niederlage gegen Kuopio Sukelta-jat/Finnland und einem 2:2-Unentschieden gegen UWRC Wien kann sich der Deut-sche Meister nach Siegen gegen BSI Boblen/Norwegen (1:0) und Gastgeber SDK Tudserne (5:1) sehr glücklich durchsetzen.

      Nach den Spielen sind vier Mannschaften mit jeweils 5:3 Punkten gleichauf und erst nach Auswertung des Internationalen Regelwerkes stehen die Duisburger als Tur-niersieger fest. Vize wird UWRC Wien vor BSI Boblen, Kuopio Sukeltajat und SDK Tudserne.

      Quelle: Chronik UW-Rugby

      • Winne schreibt:

        Deshalb haben wir, wie von Uwe Wiesner vorgeschlagen, vor einigen Jahren entschieden, dass jedes Spiel mit einem Sieger enden muss. Bei Unentschieden gibt es Strafwurfwerfen, bis einer führt (keine drei Tore-Regel). Der Sieger erhält zwei Punkte und der Unterlegende im Strafwurfwerfen erhält einen Punkt. Endet ein Spiel ohne Strafwurfwerfen erhält der Sieger drei und der Verlierer keinen Punkt.

      • Felix schreibt:

        Danke, scotti. Auf der von mir verlinkten Seite ist ja die Endtabelle von 1997 zu finden. Ich frage mich eben, warum bei dieser Punkte- und Torekonstellation gerade diese Platzierungen vergeben wurden. Hielt das internationale Regelwerk damals irgendwelche Besonderheiten parat? Ich dachte, daß mir unterwassermarkus das vielleicht beantworten kann.

        • moritz schreibt:

          Warum sind denn damals die Schweden nach 7 Siegen in Folge nicht mehr gekommen? Wurde es denen (parallel noch Weltmeister) zu langweilig…oder zu teuer? Malmö hat dann ja erst wieder 2001 teilgenommen. Scheinbar hat das Turnier ja erst mit Winnes Organisation so ab 2004 wieder an Popularität gewonnen. 2001 gerade mal drei Mannschaften..?? Dafür ist es doch jetzt eine echt feste Größe (mit 3 Spieltagen).

        • Hannes Hannes schreibt:

          Servus, das ist auch aktuell noch im Regelwerk:
          – erst Punkte (erste 4 gleichauf)
          – dann direkter Vergleich, also Spiele der 4 untereinander (mutual points/goals, Wien und Duisburg gleichauf vor den anderen)
          – Tordifferenz (Duisburg vor Wien, Boblen vor Kupio)

          Den Absatz such ich jetz aber net raus…

  5. gustav schreibt:

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  6. Davrell Tien schreibt:

    Google translate is not perfect but still a good read.

  7. unterwassermarkus schreibt:

    … genauso, wie Hannes es erklärte, soll es gewesen sein. Tja, da kann man sich glücklich schätzen, wenn man den CC schon mal gewonnen hat (oder gar zwei Mal), gerade, weil es immer so knapp ist, sage ich doch! ;-)

  8. Lukas schreibt:

    Toll, dass Dus jetzt bereits 2x betont hast! Glückwunsch nachträglich!!